
Jedes Jahr backe ich für den Ball unserer Fakultät zum Motto passende Kekse. In diesem Jahr war das Motto „Garten Eden“, also wurden es Paradies-Kekse. Dass ein Apfel, eine Schlange und ein Baum dazu gehören, war mir schnell klar. Die anderen Motive waren aber gar nicht so leicht auszuwählen. Also habe ich einen Bildband zum Thema gekauft und mir die Garten Eden-Gemälde darin ganz genau angesehen. Ich habe festgestellt, dass fast jedes dieser Bilder zwei Schwäne, Hirsche, Pfauen, Löwen und Papageien enthält, die ich dann entsprechend auch gebacken habe.




Was die Tiere in den Gemälden bedeuten, ist nicht eindeutig klar, denn im Alten Testament werden die einzelnen Tiere bis auf die Schlange als Tier, das in die Versuchung führt, gar nicht erwähnt. Auch die Vorstellung, dass die Frucht des Baums der Erkenntnis ein Apfel ist, wurde erst im 16. Jahrhundert popularisiert. Die Tiere in den Bildern wurden also im Nachhinein gedeutet, häufig in einem christlichen Kontext. So kann der Hirsch für die Suche nach Gott, aber auch für Christus stehen, der Löwe wird gleichzeitig mit Macht, dem Teufel, aber auch mit dem Schutz Gottes in Verbindung gebracht. Im Mittelalter entwickeln sich der Papagei und der Schwan zum Symbol für Maria, der Pfau soll die Auferstehung und das ewige Leben symbolisieren. Die Tiere sind in den ersten Bildern des Paradieses, die überwiegend in der Renaissance entstanden sind, also zumeist Teil einer heilsgeschichtlichen Symbolik. Gleichzeitig sind es immer die gleichen, die abgebildet werden, weshalb ich sie auch gebacken habe.

Das Rezept für die Kekse ist das gleiche wie hier. Ich habe jeweils mehrere in einer Tüte verpackt und mit Anhängern, für die ich verschiedene Gemäldeausschnitte ausgedruckt habe, versehen.



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